Was ist das Agent2Agent-Protokoll?
Das A2A-Protokoll ist ein Open-Source-Standard, der spezifiziert, wie mehrere Agenten miteinander kommunizieren sollen. Google hat dieses offene Protokoll im April 2025 vorgestellt.
Was versteht man unter Agent-to-Agent?
A2A meint ganz allgemein das Prinzip „Agent-zu-Agent“: Zwei (oder mehr) KI-Agenten arbeiten zusammen, tauschen Kontext aus, teilen Aufgaben auf und koordinieren Ergebnisse, oft über System-, Team- oder Anbietergrenzen hinweg. Unternehmen nutzen autonome Agenten, um Prozesse schneller, effizienter und automatisiert zu gestalten.
Das Agent2Agent-Protokoll (A2A-Protocol) ist dagegen der konkrete, offene Standard, der als Kommunikationsprotokoll für Agenten der künstlichen Intelligenz (KI) fungiert. Es ermöglicht die Interoperabilität zwischen KI-Agenten verschiedener Anbieter oder zwischen unterschiedlichen KI-Agenten-Frameworks und wurde für Multi-Agenten-Systeme entwickelt. Man kann sich A2A als einen universellen Übersetzer für Agenten-Ökosysteme vorstellen. Ziel ist es, Silos zu verringern und die Interaktion von Agenten zu verbessern.
Wie funktioniert A2A?
KI-Agenten brauchen ein gemeinsames Verständnis darüber, wer was macht, wie sie sich abstimmen und wie sie Ergebnisse austauschen. Das A2A-Protokoll ist sozusagen die übergreifende Sprache, die diese Zusammenarbeit ermöglicht, ohne dass jede Verbindung individuell programmiert werden muss. Es erleichtert den Aufbau komplexer Automatisierungs- und Workflow‑Szenarien. Wir erklären, wie genau das funktioniert.
Welche Komponenten hat das A2-Protokolls?
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Das Agent2Agent (A2A)-Protokoll umfasst drei Hauptakteure für die Interaktionen: User, A2A-Client und A2A-Server.
Der User ist der Endanwender und kann ein menschlicher Operator oder ein automatisierter Service sein. Er initiiert eine Anfrage oder definiert ein Ziel, wobei die Unterstützung eines oder mehrerer KI-Agenten benötigt wird.
Der A2A-Client, auch Client-Agent, ist eine Anwendung, ein Service oder ein weiterer KI-Agent, der im Auftrag des Users handelt. Er startet die Kommunikation über das A2A-Protokoll und leitet die Anfragen an den zuständigen Agenten weiter.
Der A2A-Server, auch Remote-Agent genannt, stellt einen HTTP-Endpunkt für die Implementierung des A2A-Protokolls bereit. Er erhält die Anfragen, bearbeitet die Aufgaben und liefert Ergebnisse oder neue Statusmeldungen zurück.
Aus Client-Sicht agiert der Remote-Agent ähnlich einer Black-Box: Interne Prozesse, Speicher oder eingesetzte Tools sind nicht einsehbar, wodurch eine klare Trennung von Schnittstelle und Implementierung gewährleistet wird.
Die A2A Gestaltungsprinzipien
Das A2A-Protokoll basiert auf fünf Schlüsselprinzipien, um eine effektive Zusammenarbeit der Agenten zu ermöglichen und Aufgaben gemeinsam lösen zu können:
- Agentische Fähigkeiten annehmen: Jeder Agent teilt seine Kompetenzen über die Agent Card im JSON-Format, eine Visitenkarte sozusagen, sodass Aufgaben gezielt weitergegeben und von anderen Agenten abgerufen werden können.
- Aufbau auf bestehenden Standards: Das Protokoll basiert auf bestehenden Standards wie HTTP, SSE, JSON-RPC, was die Integration in bestehende IT-Stacks für Unternehmen vereinfacht.
- Sicher und flexibel kommunizieren: Die Kommunikation erfolgt über Web-Standards und unterstützt auch asynchrone oder längere Abläufe sowie die Unternehmens-Authentifizierung und -Autorisierung.
- Aufgaben koordinieren: Gesamtaufgaben werden in Teilaufgaben aufgeteilt und von den Agenten bearbeitet, das Protokoll definiert das „Task“-Objekt. Die Antwort des Agenten kann eine neue Aufgabe sein oder eine direkte Nachricht.
- Modalitätsagnostisch: Das A2A-Protokoll unterstützt verschiedene Inhaltstypen wie Text, Formulare und Dateien sowie die Verarbeitung von Audio- und Videostreams.
Eine Agent Card beschreibt Identität, Endpoint, Fähigkeiten und Auth‑Anforderungen des Remote‑Agents. Zentrale Objekte sind
- Tasks (zustandsbehaftete Arbeitseinheiten),
- Messages (einzelne Kommunikationsrunden mit Rolle „user“/„agent“) und
- Parts als Container für Inhalte wie Text, Dateien oder JSON‑Daten.
Artifacts sind die eigentlichen, strukturiert abrufbaren Ergebnisse eines Tasks. Für die Kommunikation unterstützt A2A synchrones Request/Response mit Polling, Streaming per Server‑Sent Events sowie asynchrone Push‑Webhooks für lange oder unterbrochene Prozesse.
Was sind die Vorteile des A2A-Protokolls?
“A2A birgt das Potenzial, eine neue Ära der Agenteninteroperabilität einzuleiten, Innovationen zu fördern und leistungsfähigere sowie vielseitigere Agentensysteme zu schaffen” - Google for Developers, April 2025
Als Open-Source-Protokoll können Entwickler direkt auf das Protokoll zugreifen und Expertise im Datenmanagement und in der Workflow-Orchestrierung einbringen, um A2A weiterzuentwickeln. Unternehmen profitieren entscheidend von der standardisierten Methode über diverse Plattformen und Cloud-Umgebungen hinweg. Die Erkennung, Koordination und Kommunikation der Agenten erlaubt eine nahtlose Delegation und Zusammenarbeit, wodurch Arbeitsabläufe besser automatisiert, Kosten gesenkt und verlässliche KI-Ergebnisse generiert werden können. Zugleich werden die Sicherheit auf Unternehmensebene sowie vertrauenswürdige Interaktionen und Benutzerfreundlichkeit gewährleistet. Das A2A-Protokoll ist flexibel und erweiterbar konzipiert, sodass es nahtlos an neue Anwendungsfälle und Technologien angepasst werden kann.
Konkrete Beispiele für Agent2Agent in der Kundenkommunikation
Agent2Agent-Kommunikation stellt eine innovative Entwicklung in der Interaktion mit Kunden dar, indem verschiedene Agenten bei komplexen Anfragen zusammenarbeiten und Aufgaben passend delegieren. Der Kunde erhält während des gesamten Prozesses Echtzeit-Updates. Dies erhöht die Effizienz und Genauigkeit in Chatbots oder Support-Systemen.
Hier ein paar Beispiele zur Veranschaulichung von A2A in der Kundenkommunikation:
1. Operative Serviceautomatisierung durch A2A
Ein Kunde wendet sich mit einem Anliegen an einen KI-Agenten, welcher dieses erkennt und mit dem entsprechenden Kontext aufbereitet. Ein zweiter Agent wird daraufhin dazu aufgefordert, die relevanten Vertrags- oder CRM-Daten abzurufen. Ein dritter Agent stösst die passende Aktion an, etwa die Erstellung eines Tickets oder eines Antwortvorschlags. So entstehen klar strukturierte Multi-Agent-Workflows, die Serviceanfragen schneller und konsistenter bearbeiten.
2. Analytische CX-Optimierung
Agent2Agent-Workflows können die kontinuierliche Optimierung der Customer Experience unterstützen. Mehrere Agenten analysieren Kundenfeedback, identifizieren wiederkehrende Muster und clustern die entsprechenden Pain Points. Auf dieser Basis werden Dialogflows, Inhalte oder FAQ-Strukturen gezielt weiterentwickelt, ohne direkt in laufende Kundengespräche einzugreifen.
3. Eskalation in der Kundenkommunikation
A2A erlaubt es, kritische Anfragen effizient und kontextbasiert zu bearbeiten. Wird ein Anliegen mit erhöhtem Eskalationsrisiko erkannt, zum Beispiel durch wiederholte Beschwerden oder abgebrochene Chats, prüft ein KI-Agent daraufhin die Kundenhistorie und den situativen Kontext. Anschliessend trifft ein weiterer spezialisierter Agent eine Entscheidung über den optimalen Kommunikationskanal, die Priorisierung und eventuelle Übergabe an einen menschlichen Agenten. Eskalationen werden so proaktiv gemanagt.
Was ist der Unterschied zwischen A2A und MCP?
MCP ist der Standard für die Verbindung von LLMs mit Daten, Ressourcen und Tools.
A2A ist ein Protokoll auf Anwendungsebene, das es Agenten ermöglicht, in ihren natürlichen Modalitäten zu interagieren.
Wichtig zu verstehen: A2A soll MCP ergänzen, nicht konkurrieren. Beide Protokolle nutzen HTTP als Transportebene, unterstützen Server-Sent Events für Streaming-Antworten und setzen auf JSON-RPC für eine standardisierte Kommunikation. Der Unterschied liegt im Fokus: MCP verbindet Agenten mit ihren strukturierten Tools, A2A ermöglicht dabei die kontinuierliche Kommunikation und Zusammenarbeit.
GRAFIK AGENTIC APPLICATION
Wann wird also A2A, wann MCP verwendet? MCP ist sinnvoll,
- wenn ein (oder mehrere) LLM‑Agent(en) strukturiert auf externe Ressourcen zugreifen sollen (APIs, Datenbanken, Files, interne Tools)
- wenn Tool‑ und Daten‑Integrationen standardisiert werden sollen
- wenn Kontexte, Sessions und Rechte sauber verwaltet werden müssen (Enterprise‑IT, Governance, Audits)
A2A kommt hingegen zum Einsatz,
- wenn mehrere spezialisierte Agenten miteinander kooperieren und Aufgaben verteilen sollen (Orchestrierung, Delegation, „Agent ruft Agent“)
- wenn Anbieter von Agent-Stacks interoperabel sein sollen (Multi-Agent-Standard).
- wenn Task‑Lifecycle, Streaming und Status‑Updates zwischen Agenten verwaltet werden (Long‑Running Tasks und komplexe Workflows)
Ausblick
Das Agent2Agent-Protokoll stellt einen bedeutenden Fortschritt in der KI-Kommunikation dar und fördert die effektive Zusammenarbeit und Problemlösung von KI-Agenten. Das Protokoll ist ein grosser Schritt hin zu einer stärker vernetzten KI-Landschaft und entscheidend für die zukünftige Gestaltung intelligenter Systeme und die Entwicklung ihrer Fähigkeiten, insbesondere für eine flexible Reaktionsfähigkeit auf Nutzerbedürfnisse. Mit wachsender Adoption durch führende AI-Plattformen wird es zum Standard für vendorübergreifende Agenten-Interaktionen. Das bedeutet, dass Agenten unterschiedlicher Anbieter Daten austauschen können. Erweiterungen für multimodale Inhalte sowie verbesserte Sicherheitsfeatures und Integration mit Edge-Computing werden 2026 erwartet.
A2A bei moinAI im Einsatz
Auch bei moinAI kommt ein agentenbasiertes Kommunikationsprinzip zum Einsatz, bei dem ein Agent gezielt einen anderen zur Unterstützung hinzuzieht. Dieses Prinzip ähnelt dem von Google etablierten Datenaustausch-Ansatz, jedoch orchestriert moinAI eigene Agenten, etwa wenn Antworten mithilfe der Knowledgebase erzeugt und überprüft werden: Ein Agent formuliert die Antwort, ein weiterer Agent prüft, ob das zugrunde liegende Wissen korrekt und angemessen eingesetzt wurde. So entsteht ein mehrstufiger Qualitäts- und Konsistenzcheck zwischen Agenten.
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